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5 Wassergeschichten zu Basel

Aktualisiert: 12. Aug.


Eine normale Stadtbesichtigung findet Ihr hier nicht – jedoch fünf spannende Geschichten, die alle mit Wasser zu tun haben. Taucht ein in diesen Blog-Beitrag!


Wasser in Basel

1.) Der große Fluss – der Rhein


Der Rhein ist die Lebensader von Basel. Für die Entwicklung der Stadt war die Mittlere Brücke von entscheidender Bedeutung. Direkt am Rheinknie gelegen ist sie die älteste in Basel und war bis 1897 die einzige, die in Basel über den Rhein führte. Sie war damals auch die einzige Brücke über den Rhein zwischen Basel und der Nordsee! Der Rhein war noch nicht begradigt und so gab es nur Fähren, die die beiden Fluss-Seiten miteinander verband.

Mit dem Bau der ersten Konstruktion im Jahre 1225 konnte Ware, die über den Gotthardpass nach Basel und weiter in den Norden kam, über den Rhein transportiert werden und musste nicht mehr mühsam und umständlich auf Fähren verladen werden. Damit wurde Basel als Handelsplatz berühmt und die Bischöfe durch den Brückenzoll reich.

Die Brücke aus Stein über den Rhein, wie Sie heute dasteht, wurde zwischen 1903 und 1905 gebaut. Sie verbindet Groß- und Kleinbasel (früher ein Fischerdorf) miteinander.


Mittelbrücke in Basel


2.) Der geheime Fluss unter der Straße


In der Verlängerung des Marktplatzes kommt man von der Gerbergasse in die Falknerstraße. Diese Straße wurde um 1900 über einen Fluss gebaut. Und heute fahren die Straßenbahn und Autos über das Gewässer. Wie ist es dazu gekommen?


Der Birsig ist ein Nebenfluss des Rheins. Er fließt aus dem Leimental und mündet in der Stadtmitte bei der Schifflände in den Rhein. Früher waren die Häuserzeilen direkt am Flusslauf gebaut. Er nahm die Abwässer und Fäkalien dieser Häuser auf und war daher eine reine Kloake. Diverse Schlachtereien entsorgten Ihre Schlachtabfälle und es muss furchtbar gestunken haben!


Daher wurde der Birsig ab dem Jahr 1800 abgedeckt und später mit einer Straße überbaut, auf der wir heute flanieren können.


Schon im Mittelalter gab es häufig Überschwemmungen in der Stadt, die besonders von der Birsig her kamen und nicht etwa durch den Rhein. Die Hochwassermarke am Basler Rathaus weist auf Überschwemmungen dieses Flusses hin.


Birsig vor dem Überbau der Falknerstrasse in Basel


3.) Schwimmen im Rhein


Bis zum Mittelalter war das Baden im Rhein gesellschaftlich verpönt; Neben der kommerziellen Nutzung (Fischerei) wurde es hauptsächlich als Abwasser aus städtischen Haushalten verwendet.


Inzwischen ist der Rhein sauber. Das Schwimmen ist erlaubt und ausgerüstet mit dem Wickelfisch, einem wasserdichten Schwimmsack, ist dies eine beliebte Sommerbeschäftigung der Basler. Ein guter Einstieg ist beim Museum Tinguely. Hier packt man all seine Sachen in den Wickelfisch, den es an verschiedenen Stellen in der Stadt zu kaufen gibt. Gefüllt mit allem was trocken bleiben soll, aufgerollt und umgelegt geht man in den Rhein und lässt sich ca. 2 km entlang Kleinbasel im Wasser treiben.

Sehr erfrischend!


Rheinschwimmen mit Wickelfischen in Basel
BIld: wickelfisch.ch


4.) Tinguely Brunnen – der lustigste Brunnen der Stadt



Der Künstler Jean Tinguely erschuf 1977 den Fastnachtsbrunnen. Er steht auf dem Theaterplatz in Basel an der Stelle, an der früher die Bühne des alten Theaters stand. 10 maschinelle Figuren „spielen“ mit dem Wasser. Der Schweizer Künstler (1925-1997) war ein bedeutender Maler und Bildhauer. Die Firma La Roche hat ihm zu Ehren sogar ein Museum finanziert, indem seine Ausstellungstücke und beweglichen Skulpturen ausgestellt sind.


Der Fastnachtsbrunnen ist einer der wenigen Brunnen der Stadt, der kein Trinkwasser führt.


Fastnachtsbrunnen in Basel von Tinguely


5.) Brunnen der Stadt – Trinkwasser und Schwimmbecken


Es gibt in Basel über 200 Brunnen und aus den meisten sprudelt Trinkwasser. Also nehmt bei Eurem nächsten Besuch einfach Eure Wasserflasche mit und füllt sie nach Bedarf auf (aber siehe oben).


Die Brunnen in Basel werden regelmäßig gereinigt. Elf davon dürfen sogar zur Abkühlung im Sommer als Bad genutzt werden. Hier trifft man sich abends zum geselligen Beisammensein und die Kinder der umliegenden Häuser freuen sich tagsüber über ein Planschbecken in der Nähe ihrer Wohnungen.


Brunnen in Basel, Schwimmen im Brunnen,
Bild: Dominik Plüss; info@photopluess.ch

Es gibt aber auch interessante Bräuche, von denen ich hier zwei erzählen möchte:

  • Am Neujahr treffen sich die Zünfte der Stadt am Dreizackbrunnen zum „Neijoors-Aadringgede“. Dort fließt dann statt Wasser der Wein aus den Rohren. Es gibt einen gewürzten Wein, den Hypogras, der aus verschiedenen Weinen und Gewürzen gepanscht wird. Die meisten finden, ein Glas sei genug😊.

  • Der Baseler Urban-Brunnen am Blumenrain war früher ein beliebter Treffpunkt der Basler. Der heilige Urban ist der Schutzpatron der Reb- und Weinleute und an seinem Namenstag, dem 25. Mai, wird er festlich geschmückt. Außerdem stellt man zwei Gläser Wein an den Brunnen (je ein Rot- und Weißweinglas). Fällt bis zum Abend kein Tropfen Regen in die Gläser, so soll es ein gutes Weinjahr werden.

Also, auf nach Basel und die Wassergeheimnisse erforschen.


Kennt Ihr noch andere Basler Wassergeschichten – so erzählt es uns in den Kommentaren.



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